Unser Anspruch

Oft hört man im Zusammenhang mit Reenactment den Begriff "authentisch" oder kurz "A".

 

Um es gleich vorweg zu sagen: die Wappenfarben als Kombination und vor allem das Eichhörnchen als Wappentier haben natürlich keinen Bezug zu unserem Darstellungsort, sie sind noch nicht einmal auf historische Korrektheit ausgelegt. Uns gefielen die Farben und das Nagetier einfach so sehr. Auch sind wir noch weit davon entfernt, wirklich "authentisch" zu sein. 

 

Uns geht es bei unserer Darstellung nicht um Wissenschaftlichkeit. Wir versuchen einen guten Kompromiss zwischen Spaß, vorhandener Freizeit und den finanziellen Mitteln der Teilnehmer*innen zu finden. Da wir alle Studenten sind, sind Zeit und vor allem Geld oft ein limitierender Faktor. Daher sind einige unserer Kleidungsstücke oder Ausrüstungsgegenstände "von der Stange", passen vielleicht nicht 100%ig in die dargestellte Zeit. Auch fehlt es dem Großteil von uns an handwerklichem Geschick, was einiges erschwert. Wir möchten bitten, dies zu entschuldigen. Sollte Euch etwas an uns übel aufgestoßen sein, sprecht uns bitte an oder schreibt uns. Konstruktive Kritik nehmen wir gerne entgegen.

 

Dennoch sind wir bemüht, mit der Zeit immer "historisch korrekter" zu werden und "unpassende" Sachen nach und nach durch handgeähte, naturstoffgefärbte usw. Stücke zu ersetzen.

 

Außerdem lässt sich nie genau sagen, was damals getragen wurde. Es sind nur sehr wenige Kleidungsstücke erhalten geblieben und Abbildungen von Gegenständen oder Kleidung entsprechen nicht immer dem, was auch wirklich getragen und benutzt wurde. Unser Leitsatz bei Erklärungen lautet deshalb "So oder ähnlich könnte es gewesen sein" und nicht "so war es ganz sicher". 


Historischer Hintergrund

Der historische Hintergrund unserer Darstellung ist die Zeit des zweiten Kreuzzugs, genauer gesagt das Jahr 1147. Da das mit den genauen Jahreszahlen (was trug man in genau diesem Jahr? Was ein Jahr vorher?) sehr schwer zu ermitteln ist, beschränken wir uns da auf die Mitte des 12. Jahrhunderts, also grob 1150 +/- ei n paar Jahre.

Im selben Jahr überschrieb Papst Eugen III. Abtei in Deutz bei Köln die Besitzrechte an einer Kirche. Das Dorf um diese Kirche trug den Namen Datlem (oder Dateln; heute: Datteln). Unser Heimatdorf.

 

In der näheren Umgebung von Dorf und Kirche sind mehrere Höfe und Rittergüter überliefert, einige sind sogar heute noch zu finden, da Stadtteile ihren Namen tragen.

 

"Im Mittelalter entwickelte sich Datteln zu einem der größten Kirchspiele im Vest Recklinghausen. Zu dieser Zeit war Datteln in große adlige und kirchliche Güter aufgeteilt, deren Entstehung durch das Lehnswesen geprägt war. Den Dienstmannen der Grundherren wurden bei besonderen Verdiensten Höfe als Lehen übertragen. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelten sich aus den Lehen etwa 100 selbstständige Bauernhöfe. Neben der Landwirtschaft bildete sich das Handwerk mit Leineweberei, Seilerei, Schmiedehandwerk, Wollweberei, Stellmacherhandwerk, Stiel- und Stuhlmacherei und Holzschuhmacherei."

- offizielle Seite der Stadt Datteln

 

Wir orientieren uns an dem heutigen Stadtteil Hagem, früher Haginheym.

 

Ein Jahr zuvor, 1146, rief der selbe Papst zum 2. Kreuzzug auf und gewährte allen Teilnehmern ausdrücklich den Erlass aller Sünden (Kreuzzugsablass). Außerdem sicherte er allen Kreuzrittern Schutz für deren Familien und Besitztümern durch die Kirche zu.

Als Anreiz für den Adel ließ er verkünden, dass für Anleihen der Kreuzritter keine Zinsen genommen werden durften. Grund für den Kreuzzug war der Verlust Edessas an Zenghis.